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Archiv der Kategorie Standards
2012 - Christus Mansionem Benedicat
6.1.2012 von SIGI.
Schneeflocken tanzen vor dem Fenster. Hier drinnen ist es warm, Lichterketten und der Weihnachtsbaum machen es gemütlich. Ich trinke meinen zweiten Latte Macchiato und freue mich, endlich drei Tage am Stück frei zu haben, ohne im Weihnachts- und Silvesterstress zu ertrinken. Nach Heiligdreikönig geht es immer wieder bergauf. Die Tage werden länger, die große Anspannung und die nachfolgende Erschöpfung der Feiertage sind überstanden, die Counter sind zurückgesetzt auf Eins und alles ist wieder möglich.
HEUER begegnet mir endlich der richtige Mann fürs Leben, HEUER gelingt es mir sicher, die richtige Work-Live-Balance zu finden, HEUER werde ich ganz bestimmt mehr für meine Gesundheit tun (ganz viel Bewegung, vor allem Tanzen!!!), und HEUER werde ich endlich wieder produktiver, was meine Kreativität angeht. Was immer das heißen soll…. Malen, zeichnen, schreiben, kochen, kreieren, erfinden… Also was ich eigentlich immer mache, soweit mir mein Bürojob noch Energie dazu läßt. Nur: Irgendwann muss ich mal eine Richtung finden, ein Ziel vor Augen haben. Irgendwas muss eines Tages herauskommen dabei, etwas, was mich entweder berühmt macht, oder mir meine Rente sichert. Am besten beides!
Bescheidene Pläne, nicht wahr?
Ob Bloggen der richtige Anfang dafür ist? Meine bisherige Kochrezepte-Sammlung empfiehlt mich jedenfalls sicher nicht an die Süddeutsche als Redakteur des SZ-Magazins. Aber Schreiben ist wie Lesen, nur umgekehrt: Die schönsten Momente beim Lesen empfinde ich, wenn ich das Gefühl habe, der Autor teilt meine Gedanken, formuliert, was ich fühle, beschreibt, was ich auch schon erlebt habe. Und schon fühlt man sich nicht mehr so sehr wie ein Alien in dieser Welt. Wer Bücher hat, hat Freunde, sagt man. So ähnlich funktioniert wohl Bloggen. Derjenige, der sein Online-Tagebuch publiziert, es der Öffentlichkeit preisgibt, den Suchmaschinen verfügbar macht, der tut es, um anhand der registierten Leser und deren Kommentare eine Rückmeldung zu bekommen. Sucht Zeugen seines Lebens, Bestätigung seiner eigenen Grandiosität, Aufmerksamkeit. Letztendlich Kommunikation, in einer Welt, in der das Offline nicht mehr selbstverständlich ist.
Die Überlegungen laufen gerade in zwei Richtungen.
Betreffend der Autoren:
Werden künftig Bücher nur noch aus Bloggs entstehen? Etwa weil auch der Autor in den Genuß eines Feedbacks des Lesers kommen möchte? Oder weil die Möglichkeit, Leserreaktionen bereits bei der Entstehung des Werkes zu berücksichtigen, quasi dem Publikum maßgeschneiderte “Bücher” zu schreiben, eine sehr verlockende ist? Weil es motiviert, jeden Tag ein neues Kapitel zu schreiben, wenn bereits ungeduldig darauf gewartet wird?
Gut vorstellbar. Auch wenn die ganz große Literatur der letzten Jahrhunderte sicher anders entstanden ist. Ohne in die Tiefe gehen zu wollen, ist der Unterschied schnell beschrieben mit dem Vergleich eines großen Kinofilms und der täglichen Seifenoper.
Bezüglich der heutigen Lebensweise:
Warum suchen wir heute unsere Seelenverwandten im anonymen WWW? Wir posten unser Innenleben in die Welt hinaus, veröffentlichen Gedanken, von denen die Menschen, die Tag für Tag neben uns sitzen (die lieben Kollegen), Menschen, die wir als unsere besten Freunde bezeichnen (und so selten sehen) oder Menschen, mit denen wir sogar verwandt sind, keine Ahnung haben? Als Teenager telefonierten wir Tage und Nächte lang mit unserer Clique, weil die Eltern ja nichts verstanden und eh doof waren. Anscheinend sind wir dieser Pupertät nie entwachsen, nur dass sich die Cliquen aufgelöst haben, als jeder seinen Lebensweg in eine andere Richtung ging. Dafür haben wir heute unsere “Freunde”-Liste auf Facebook.
Kleine Nebenbemerkung: Meine Facebook-Freunde verteilen sich tatsächlich über die ganze Welt. Einige sind dabei, die sich für solche Gedanken wie diese hier interessieren würden, mehr, als meine Mutter oder meine Kollegen zum Beispiel. Nur - dann müßte ich mindestens auf Englisch schreiben, wenn nicht gleich mehrsprachig. Aber das ist ein Thema für sich.
Für heute ist jedenfalls REAL LIVE angesagt: nachher kommen Freunde auf einen gemütlichen Spieleabend zu mir, ich mach jetzt ein Chili con Carne dafür und erzähle dann morgen, wie es war.
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Just created!
10.7.2009 von SIGI.
Einen Teil meiner Notizen behalte ich ja lieber für mich. Aber schon manchmal habe ich das eine oder andere verfaßt, was man auch der Öffentlichkeit zumuten könnte. Mal sehen, was ich hier künftig davon publizieren werde…
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